Jörn Petersen

Der Weg ist das Ziel

Posted in Uncategorized by Jörn Petersen on Juli 6, 2010

Sechshundertvierunddreißig Kilometer und noch immer nicht zuhause angekommen. Der Tank ist leer, das Auto steht. Das hat ja auch was von »ankommen«. Feierabendstau in Hamburg, der Elbtunnel war dicht, und auch sonst ging eigentlich gar nichts mehr. Dabei dachte Schröder, er könnte einfach auf die Autobahn hüpfen und säße in einer guten halben Stunde auf seinem Fernsehsessel. Doch bei realistischer Betrachtungsweise wird der Sessel noch etwas warten müssen. Schröder bleibt gelassen und gibt die Heimatadresse in das Navigationsgerät ein. Hat er ganz neu. Also nicht die Heimatadresse, sondern das Navi.

»Interessanter Gedanke, die eigene Adresse einzugeben.«. findet er. Da gibt also ein Schröder in Hamburg die Anschrift von Schröder, sich selbst, in Bremen ein, und dann fährt Schröder zu Schröder und eigentlich müsste er sich zuhause selbst begrüßen und sowas sagen, wie: „Hallo Schröder-Schatz, wie war Dein Tag?“. Und dann würde der heimkehrende Schröder vielleicht sagen: „Ach, wie immer.“, würde – frustriert über die Monotonie des Alltags – seine Tasche in die Ecke schmeißen, sich auf den Fernsehsessel setzen und den heimischen Schröder nicht weiter beachten. Der heimische Schröder, der er ja selbst ist, hat auf den heimkehrenden Schröder, der er auch selbst ist, den ganzen Tag gewartet und verlangt nun die ihm zustehende Aufmerksamkeit. Schließlich will er auch mal erzählen, was ihm heute so passiert ist. Dem heimischen Schröder fällt auf, dass der Heimkehrende sich vor ihm zu sehr gehen lässt und dass sie sich nicht mehr viel zu sagen haben. Mag sein, er sagt dann vielleicht: „Schröder, schau uns an, wir sind nun schon zweiunddreißig Jahre zusammen, und wir leben nur noch aneinander vorbei.“ Der Heimkehrende Schröder wird sowas Deeskalierendes antworten, wie: „Geh‘ doch mal aus dem Bild, oder glaubst Du, ich kann einfach an Dir vorbeigucken?“ Der heimische Schröder wird schnippisch sagen: „Ach Schröder, Du hörst mir überhaupt nicht zu.“ Und der Heimkehrende wird abwesend antworten: „Ist das Essen fertig?“ oder „Dann lass‘ Dich doch scheiden!“ Aber der heimische Schröder wird resignierend in die Küche laufen, irgendein psychosomatisches Leiden vortäuschen, und wissen, dass sich niemand scheiden lassen kann, der nicht verheiratet ist, nichtmal von sich selbst. Aber wir kommen vom Thema ab.

Das Navigationsgerät ist also ganz neu. Der vertrauenswürdige Verkäufer mit dem italienischen Dialekt meinte, das Ding sei der »absolute Hammer«. Und der muss es wissen, schließlich arbeitet er auf Provisionsbasis. Das Gerät hat sämtlichen Schnick-Schnack, sogar einen integrierten Staumelder. Beim kleinsten Anzeichen einer Fahrzeugkolonne sucht der sofort eine Alternativroute! Der Verkäufer hat dann extra für Schröder »noch ein bisschen was drehen können«. Und so bekam Schröder das »Ding« zu einem Spottpreis. „Fast geschenkt!“, hat der Verkäufer sich für Schröder gefreut, und ihm währenddessen erklärt, es handele sich um ein Ausstellungsstück. Der leichte Sprachfehler sei nicht so schlimm, da habe man sich schnell dran gewöhnt. Und außerdem trete der nur auf, wenn das Gerät zu heiß gelaufen sei. Es habe dann das mehr logopädische Problem, aus jedem »J« ein »Sch« zu machen und finge an, ein wenig Unsinn zu reden. Das mit der »Alternativroute« hat Schröder nicht sofort verstanden. Aber er ärgerte sich schnell darüber, nachgefragt zu haben, was das denn sei. Eine kurze, prägnante Zusammenfassung hätte für seinen Geschmack durchaus genügt. Männlich, rudimentär, einfach nur die Eckdaten. Der Verkäufer hatte einen anderen Geschmack.

Kurze Rede, langer Sinn. Das Navi kommt nicht direkt durch die Vordertür, weil, da sind sie ja alle. Sondern, es sucht sich sozusagen einen staufreien Lieferanteneingang. Sobald es einen solchen gefunden hat, brüllt das Navi ein selbstbewusstes „Aufgrund aktueller Verkehrsmeldungen wird die Route neu berechnet!“ in die Runde, und schon befindet man sich auf irgendeinem Schleichweg, den natürlich außer einem selbst niemand kennt. Abgesehen von den ganzen anderen Navis mit integriertem Staumelder. In unserem Fall sieht das ungefähr so aus: Soeben hat Schröder die defekten Blinker am eigenen Auto entdeckt. Da bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich mit fröhlichem Handwedeln zur linken Spur durchzukämpfen. Nicht nur die Linksabbiegespur ist in Sicht, sondern auch die Ampel. Und die zeigt rot. Mühevoll, aber erfolgreich, auf die linke Spur gewechselt. Schon ertönt aus dem Navi die Lieblingsmeldung: „Aufgrund aktueller Verkehrsmeldungen wird die Route neu berechnet.“ Das Navi bräuchte sich jetzt nicht zu äußern, man ahnt auch so, was da kommen mag: „Bitte an der nächsten Ampelkreuzung rechts abbiegen!“ Schröder atmet tief durch. Für lange Überlegungen bleibt keine Zeit. Er muss da rüber. Aber auch der rechte Blinker funktioniert nicht. Rein anatomisch gesehen, ist es ihm jedoch nicht möglich, mit dem rechten Arm aus dem Beifahrerfenster zu winken. Deswegen bleibt ihm nur die Variante, den linken Arm aus dem linken Fenster zu strecken, damit nach rechts zu weisen, die Augen beim Spurwechsel kurz zu schließen und zu hoffen, dass es nicht allzu sehr knirschen möge. Es knirscht nicht. Man muss ja auch mal Glück haben. Spätestens an jeder dritten Kreuzung hört Schröder sowas Nettes, wie: „Wenn möglich, bitte wenden“, und er begreift, dass auch ein Navigationsgerät einen Stau nicht ungeschehen machen kann. Er verliert sich in solchen Gedanken, wie: »Stell Dir vor, es ist Stau und keiner geht hin…« Mit philosophischem Gesichtsausdruck lehnt er sich zurück. »Muss man sich ja mal vor Augen halten. Einfach unglaublich, wie manche Dinge erst durch die Presse aufgebauscht werden. Ich meine, ob dem Papst nun ein Popel quer sitzt oder nicht, interessiert ja zunächst mal nur dessen Nase. Sobald das aber in der Presse steht, wird selbst ein päpstlicher Popel prominent. Und schon ist der Petersplatz wieder überfüllt und alle jubeln ihm zu. Und hier geschieht nun das Gleiche: Kaum wird im Verkehrsfunk ein Stau angesagt, sind auch schon alle da, und man kommt keinen Meter mehr voran. So sind die Menschen nunmal. Überall wollen sie dazugehören. Was wäre wohl, wenn die Menschen sagen würden: Stau auf der A1 … ? Na und … ? Ich geh‘ nicht hin! Dann bliebe der Stau eben leer. Und er, Schröder, könnte locker in einer halben Stunde zuhause sein. Kann man mal sehen. Alles wegen der Medien.« Aber wir lenken schon wieder vom Thema ab.

Selbst nach zwei Stunden und sechsunddreißig Minuten ist Schröder keinen erwähnenswerten Meter weitergekommen. Im Verkehrsfunk wird nun auch noch die »Sperrung der A1 in beiden Richtungen bis morgen früh 11:00 Uhr« durchgesagt. Immerhin, eine gefühlte Ewigkeit später hat er sich erfolgreich aus dem Hamburger Feierabendstau geschält. Was er allerdings jetzt hier kurz vor Lüneburg soll, weiß er auch nicht so wirklich. Stau ist Stau. Gleichgültig, ob in Hamburg oder Lüneburg. Und Bremen liegt woanders; soviel ist mal sicher. Das Navi lenkt ihn über das 50 Kilometer entfernte Uelzen nach Braunschweig, will das Ziel weiträumig umzingeln. Aus dem Radio ertönt die Botschaft, nunmehr sei auch das Walsroder Dreieck gesperrt. Schon sucht das Navi wieder nach einer Alternativroute. Sicher, problemlos könnte man von Braunschweig über Hannover nach Bremen gelangen. Das Navi hat da eine andere Idee. Porta Westfalica wollte Schröder schon immer mal kennenlernen. Unter anderen Umständen wäre ihm das allerdings lieber gewesen. Er hält wacker durch. Weniger wacker hält die Tankanzeige. Die meldet kurz vor Osnabrück den begründeten Verdacht, langsam mal nachtanken zu müssen. Schröder gibt das Sonderziel »nächste Tankstelle« ein und lässt das Navigationsgerät vertrauensvoll suchen. Das Navi kreist das Ziel zwölfmal ein, und einmal hat er die Tankstelle sogar kurz aus der Ferne gesehen. Das pflichtbewusste Navi denkt mit. Dieses Modell beispielsweise entscheidet, dass es hier beides ist: Erstens zu voll und zweitens zu teuer. Schon befindet Schröder sich auf dem direkten Weg nach Castrop-Rauxel. Mag ja sein, dass die günstigste Tankstelle in 129 Kilometern kommt, aber die Tankanzeige meint: „Dat schaffste nich …!“ Die Tankanzeige macht mittlerweile, was ihre Bestimmung ist: Sie zeigt und zwar an! Und was sie anzeigt, lässt jeden geldgierigen Tankwart frohlocken. Die letzten Tropfen reichen nur für wenige Kilometer. Ein Navigationsgerät im Wettstreit mit der Tankanzeige.

Exakt 119 Kilometer vor Castrop-Rauxel, sozusagen am Ortsausgang von Osnabruück, ertönt aus dem Auspuff ein vorerst letztes Röcheln und bei Tageskilometer 634 gibt der Motor der Tankanzeige Recht. Der Motor ist abgesoffen, was allerdings ein wenig verkehrt ausgedrückt ist, denn das Gegenteil ist der Fall: Der Motor ist nicht ertrunken, sondern verdurstet. Im Tank herrscht eine Dürreperiode. Das Auto bewegt sich nicht. Glücklicherweise hat er einen Reservekanister dabei, natürlich leer. Das ist nunmal so, die Dinger sind immer leer, wenn man sie mal braucht. Er nimmt das neue Navi, aus der Halterung und schaltet auf den Fußgängermodus um. Theoretisch könnte man damit auch joggen. Schröder will nicht joggen, er will gehen und zwar zur nächstgelegenen Zapfsäule, um dort den Reserevekanister zu befüllen. Und genau die hat er jetzt eingegeben. »Fußgängermodus – nächste Tankstelle – Enter!« Er nimmt alles in die Hand: den Kanister, das Navigationsgerät und seinen gesamten Mut. Schon brüllt das Navi im Kommandoton: „Aufgrund aktueller Verkehrsmeldungen wird die Route neu berechnet. Im Gleichschritt, Marsch!“ Schröder salutiert, knallt die Hacken aneinander, bemerkt so nebenher, wie heiß das Navi geworden ist, und marschiert los. Das mit der »nächsten Tankstelle« hat das Navi durchaus falsch verstanden. Zumindest ist das die einzige Erklärung, die Schröder dafür findet, unmittelbar vor »Mariannes‘ Stehbierhalle« in Osnabrück-Süd aus dem Navi zu hören: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“. Die Erklärung lässt nicht lange auf sich warten:

„Jau, hier kannste erstmal wat tanken!“ begrüßt ihn die dralle Marianne, die eigentliich aus Wattenscheid kommt, als Schröder die Stehbierhalle betritt. Somit wäre auch dieses Missverständnis geklärt. Eigentlich wollte Schröder eine richtige Tankstelle haben, so mit Benzin und Öl und … „Herzlich Willkommen bei Scheel!“ – „Ja, danke.“ – „Bitte.“ – „Danke.“ – „ … Einmal volltanken?“ – „Nein, ich mach‘ das lieber selber.“ Aber das Navi hat im Fußgängermodus wohl eine andere Vorstellung von »Tankstellen«. Das arme Ding ist mittlerweile knallheiß und eröffnet die Unterhaltung. „Schnaps für alle!“ brüllt das Navi. Die dralle Marianne ist begeistert, und Schröder beginnt zu verstehen, was der Verkäufer mit »leichtem Sprachfehler« meinte. „Junge, Du weißt aber was Du willst.“ sagt Marianne. Es ergibt sich nur das Problem, dass außer Schröder, seinem Navi und der Wirtin Marianne, niemand in der Kneipe ist. Höchstens noch der Kerl am Spielautomaten, der da Autorennen spielt. Hochkonzentriert, geradezu schweißüberströmt, lenkt er auf dem Bildschirm seinen Rennwagen durch die Kurven. Und das Navi lässt es sich nicht nehmen, ihn mit einem herzlichen „Nach zwanzig Metern bitte rechts abbiegen!“ anzufeuern. Woraufhin der Kerl das Lenkrad verreißt, den Rennwagen quietschend an die Bande lenkt, Schröder einen verständnisfreien Blick zuwirft und mit drohender Gebärde fragt: „Wer war das … ? Die Wirtin übernimmt es, die Situation zu entkrampfen: „Hör mal Bodo! Der Typ mit dem kleinen Gerät unter dem Arm hat gerade ´ne Lokalrunde geschmissen.“ Schröder denkt zerknirscht: »Ich war‘s nicht« und schmeißt noch etwas, nämlich einen strafenden Blick auf das Navigationsgerät. Irgendwo muss ein Knopf zum Ausstellen sein. Das heißgelaufene Navi ist kaum zu bändigen. „Wenn möglich bitte wenden!“ Bodo wendet und wundert sich. Aber die Hoffnung auf einen Schnaps macht ihn lammfromm. Eigentlich ist der Moment sehr entspannt. Wäre da nicht das logopädische Problem des Navis, aus jedem »J« ein »Sch« zu machen. Eben noch schien Bodo besänftigt, wollte aufstehen und sich zu Schröder setzen, da zieht er seine Jacke an. Das Navi ruft: „Bodo, Du hast ja eine tolle Schacke!“, und dem droht nun endgültig die Hutschnur zu platzen. Die dralle Marianne hat sich selbst noch ein paar Freischnäpse eingegossen, dem Rest der Welt zugeprostet und Schröder zärtlich über die Wange gestreichelt. Schröder findet, es wird jetzt langsam brenzlig und überlegt, ob man wohl auch ein Navi knebeln kann. Sekunden später befindet er sich wieder auf der Suche nach der »nächsten Tankstelle«.

Zwei Straßen weiter findet er die dann auch: »Jan Bolsenbroeks‘ Freie Tankstelle« „Dat ist lustig, ick bin schon fast zehn Jahre in Deutschland, aber … “ sagt der freundliche Tankwart mit dem holländischen Akzent. „Ja, das ist lustig.“, bestätigt Schröder höflich. „Dat mein‘ ick nich. Ick meine, dat ist lustig, ick bin schon fast zehn Jahre in Deutschland, aber … “ „Ja, das ist lustig.“ stimmt Schröder zu. Nette Unterhaltung. Schön, wenn man auf freundliche Menschen trifft. Der fröhliche Niederländer lässt sich nicht verwirren. „Schon fast zehn Jahre, aber sowat wie Dich hab ick noch nich‘ geseh‘n. Ihr seid so stolz auf Euer Land, aber ohne elektrische Geräte findet Ihr Euch darin nich‘ mehr zurecht. In fast jede Auto steckt sowat. Du bist der erste, mit in einer Hand dat Kanister und in die andere Hand eine Navigation.“ Er nimmt den Kanister, sagt: „Komm ick helfe Dir, dann hast Du wieder Sprit und kannst dat Gerät erstmal ausstellen.“ Schon beginnt das Navi, sich mit einem fröhlichen Sing-Sang für die Kränkung zu rächen: „Ohne Holland fahr‘n wir zur WM … , fahr‘n wir zur WM … , fahr‘n wir zur WM … !“ brüllt es Jan Bolsenbroek in die geschundene niederländische Fußballseele. Der guckt erst ganz böse und fängt dann lauthals an zu Lachen. Schröder lacht sicherheitshalber mal mit. Man weiß ja nie, wozu das gut sein kann. Jan Bolsenbroek klopft sich vor Lachen auf die Knie und Schröder auf die Schulter. „Mensch, weißte,“ brüllt er in seinem Fröhlichkeitsanfall, „jetzt hab ick gedacht, dat unverschämte Navi hätte gesungen. Der Trick war nick schlecht.“ »Diplomatie ist, wenn man nicht antwortet.«, denkt Schröder und ist still.

Weder still noch diplomatisch ist das Navi, im Gegenteil: „Mach‘ den Kanister voll, oder kannst Du das auch nicht?“, ruft es ganz im Stil seiner eigenen Schwiegermutter. Der Tankwart wird ziemlich rot und starrt Schröder direkt in die Augen. Der setzt schnellstens diesen „Ich-war‘s-nicht“-Blick auf und deutet auf das aufmüpfige Navi. Diese Geste macht den Tankwart noch wütender, weil er meint, nun wolle Schröder ihn auch noch für blöd verkaufen. „Ick hab keene Ahnung, wat dat für ein komischen Gerät ist. An Deiner Stelle hätt‘ ick dat schon längst in irgendeine Gracht geschmissen.“ – „… Dich hätt‘ ich auch schon längst in irgendeine Gracht geschmissen!“, lässt das Navi nicht locker, und Schröder versucht das Navi mit Klebeband zu knebeln. Jedenfalls ist der Kanister voller Benzin, der Tankwart voller Wut und Schröder voller Angst vor dem beleidigten Holländer. Besser Schröder geht dann mal. Gedankenverloren kehrt Schröder mitsamt geknebeltem Navigarionsgerät und befülltem Reservekanister zu jenem Platz zurück, an dem sein Auto unbedingt stehenbleiben wollte. Der Platz ist derselbe, da ist er sicher. Die Kreuzung erkennt er sofort wieder. Aber das Auto, das ist nicht mehr dort. Muss wohl jemand gestohlen haben. Na toll, ein Kanister voller Benzin, aber kein Auto.

„Nein, Herr Schröder,“ sagt der Polizeibeamte auf der Wache, „Ihr Wagen ist nicht gestohlen worden. Den haben wir abschleppen lassen!“ – „Aber warum … ?“ Schröder versteht das nicht. „Der Tank war doch leer.“ – „Aber das ist doch kein Grund, ihn mitten auf der Hauptverkehrskreuzung stehen zu lassen.“ Verständnis ist nicht unbedingt eine Tugend dieses Polizisten. Naja, warum auch. Immerhin haben er und seine Kollegen fast eine Stunde damit verbracht, das Chaos auf der Kreuzung wieder zu entwirren. „Und wie kriege ich mein Auto jetzt wieder ?“ – „Das ist ganz einfach. Sie gehen zu dieser Adresse. Dort bezahlen Sie dann 156 Euro plus Gebühren und erhalten Ihr Fahrzeug wieder zurück.“ Schröder ist begeistert. Mittlerweile wird es dunkel. In einem Buchgeschäft besorgt er sich einen Stadtplan und einen Straßenatlas, weil er es für sinnvoll hält, das aufmüpfige Navigationsgerät vorerst geknebelt zu lassen. Wenige Minuten später hat er sein Auto ausgelöst und befindet sich wieder auf der Autobahn. Diesmal scheint die Strecke völlig leer zu sein, kein Wunder ist ja auch schon ziemlich spät. Schröder ist ziemlich erschöpft. Das Navi auch. Schröder hat ihm die Klebeknebel abgenommen. Geradezu unschuldig hängt es in seiner Halterung und schnarcht. Und während es schnarcht und träumt, brabbelt es manchmal seine Lieblingsmeldung: „Aufgrund aktueller Verkehrsmeldungen wird die Route neu berechnet. Chrrrchrrr, Chrrrchrrr , Chrrrchrrr“

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